Pressefest der UZ 2007

... nun sind wir wieder Zu Hause, k.o., aber doch im Kopf und im Herzen voller Erlebnisse, Gespräche, persönlicher Begegnungen, neuen Bekanntschaften und es bleibt noch lange das Erinnern. Inspiriert haben uns viele Veranstaltungen und Gesprächsrunden. Eine ganz besonders, Eure Singegruppe!! Ihr glaubt gar nicht, was uns das für Kraft für die nächsten Wochen geben wird, auch wenn uns der normale Parteialltag nun schon wieder umklammert. Euer Konzert bleibt!!

Zu gerne hätte ich Näheres von jedem Deiner Leute gewusst, womit sie Ihr Brot verdienen, welche Ausbildung sie haben auch auf musikalischem Gebiet. Denn das sind alles auch einzelne Solisten, instrumental wie gesanglich.

Ich habe in den 70iger Jahren ein Ensemble geleitet von ingesamt 100 Leuten, Tanz, Sketche, Chor, Instrumentalmusik. Beteiligt waren Kinder vom Kindergarten über Schüler, Lehrer, Eltern, NVA und sowjetische Soldaten.

Ich weiß also wovon ich spreche. Hut ab vor eurer künstlerischen Leistung und meinen großen Respekt!! ...

Brigitte

Mai-Veranstaltung der DKP in Essen 2007

Lieber Wolfgang,

wir möchten Dir und den anderen noch einmal herzlich danken für den kämpferischen und mutmachenden Auftritt bei der Mai-Veranstaltung der DKP in Essen. Es war für uns, wie immer wenn wir Euch sehen und hören, ein besonderes Erlebnis !

Verbunden mit schönen Erinnerungen und der Gewissheit, das wir nicht umsonst gekäpft haben für einen besseren Weg. Wir haben den Traum an eine sozialistische Gesellschaft nie aufgegeben und Eure Lieder begleiten uns dabei. Auch in den täglichen Auseinandersetzungen um Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Macht einfach weiter so ! Und hoffentlich bis bald !

Freundschaft! Andreas & Angela


Wintersschule der FDJ in Jena 2007

Hallo Genossinnen und Genossen,

auf Eurem glänzenden Auftritt bei der Winterschule der FDJ in Jena, habt Ihr unter Beweiß gestellt, dass Euer Wissen, bezüglich der DDR-Kultur vor und nach 1989/90 , wahrlich zum Niederschrieben geeignet ist. Wir als FDJ planen nun eine Delegation nach Kuba durchzuführen und bereiten uns gerade inhaltlich auf dieses Unternehmen vor. Dazu gehören natürlich auch Kenntnisse über die Länder und den Staat aus dem wir kommen. Ein Thema unserer Vorbereitung wird auch die Veränderung der Kultur auf dem Gebiet der annektierten DDR sein. Dabei recherchieren wir gerade nach Zahlen und Fakten bezüglich Judendklubs, Freizeitheimen, Kinos etc in der DDR vor 1990 und der Entwicklung dieser kulturellen Infrastrucktur nach 1990. Falls Ihr dazu also Wissen habt, so würde ich mich freuen, wenn Ihr mir dies alsbald zur Verfügung stellt!

Freundschaft!
micha (FDJ-Berlin)


     


Prof. Götz Dieckmann
hielt die Festrede


Wolfgang Mäder


Jasper Oelze,
Kommunistische Plattform
der Linkspartei.PDS



Alfred Fritz (KPD)

Großes Datum
Von der festlichen Veranstaltung anläßlich des 60. Jahrestages der Gründung der SED

Quelle: RotFuchs, Juni 2006

Die einen – unsere Gegner und deren Medien – haben abermals Gift und Galle gespuckt. Das bleibt ihnen unbenommen, ist die antikommunistische Verleumdung nun einmal ihr Metier. Doch auch andere, die es besser wissen müßten, schämten sich nicht, das Jubiläumsereignis in den Schmutz zu ziehen oder klein zu reden. Besonders unrühmlich tat sich hier wieder einmal die „Sozialistische Tageszeitung“ hervor, die „Komikern“ ihre Berichterstattung übertrug.
Doch ganz im Gegensatz zu jenen, die sich verrenkt und verbogen haben, die bei der Bourgeoisie angekommen oder zu Kreuze gekrochen sind, haben wir am 22. April Flagge gezeigt und für die deutsche Linke Ehre eingelegt: Ein großes Datum unserer neueren Geschichte – der Tag, an dem vor 60 Jahren die Arbeitereinheit vollzogen wurde – ist würdig begangen worden. Darauf sind wir stolz.
Zu den Einladern der vom „RotFuchs“ (Zeitschrift und Förderverein) ausgerichteten Veranstaltung im großen Hörsaal der früheren Hochschule für Ökonomie in Karlshorst gehörten außerdem die Berliner DKP (für sie sprach Erika Baum), die Kommunistische Plattform der Linkspartei.PDS (ihr Redner war Jasper Oelze, der einst von der SPD kam), die KPD (Sprecher: ZK-Mitglied Alfred Fritz) sowie die Tageszeitung junge Welt und der Marxistische Arbeitskreis zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung bei der Linkspartei.PDS. Bewegend war auch die Kurzansprache des früheren Führungsmitglieds der CDU der DDR Wolfgang Mäder, jetzt PDS und im Vorstand des „RotFuchs“-Fördervereins“. Er vertrat die aufrecht Gebliebenen aus den einst mit der SED verbündeten anderen Blockparteien.
Die politische Vielfalt des großen Teilnehmerkreises brachte die beiden wichtigsten Anliegen der Veranstaltung im überfüllten Saal zum Ausdruck: breitestmögliche Einheit im Kampf gegen das Kapital, klare Absage an jeden Geschichtsrevisionismus.
Was die revolutionären Musikanten des bereits legendären Dresdner Singeclubs Ernesto Che Guevara in den mehr als 70Minuten ihres Programms boten, trieb vielen alten Genossinnen und Genossen die Tränen in die Augen. Endlich erklangen Lieder, nach denen sich alle gesehnt hatten. Künstlerische Qualität, Zartgefühl und Behutsamkeit paarten sich hiermit leidenschaftlichem Engagement und kämpferischem Einstehen für die gemeinsame Sache. Der Beifall war entsprechend stürmisch.
Der Historiker Prof. Dr. Götz Dieckmann, letzter Rektor der Parteihochschule beim ZK der SED und heute stellvertretender Vorsitzender des „RotFuchs“-Fördervereins, hielt die Festansprache. (Sie lag im Wortlaut der 100. Ausgabe des RF bei.) Die eindrucksvolle Rede wurde mit großer Spannung verfolgt, zumal sie nichts verschwieg, was an diesem Tag gesagt werden mußte. Genosse Dieckmann bilanzierte Vergangenes, skizzierte Gegenwärtiges und wies weit in die Zukunft. Der einstündige Vortrag war politisch wie akustisch ein Genuß – also dem Charakter des begangenen Jubiläumsereignisses angemessen.

Zum Abschluß der festlichen Veranstaltung wurde ein Dokumentarfilm gezeigt, der im Frühjahr 1946 entstand und den Triumph der Arbeitereinheit im Osten Deutschlands mit bewegenden Bildern nachvollzog. Brüder, in eins nun die Hände, hieß es damals. Dafür, daß diese Losung eines Tages wieder Wirklichkeit wird, setzen wir uns gemeinsam ein. K. S.


Blick in das Auditorium


Erika Baum (DKP)


Der Dresdener Singeclub Ernesto Che Guevara





Fotos: Armin Neumann


Auftritt in Dresden anläßlich des 60. Jubiläums der Zulassung der FDJ
durch die SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland)

Quelle: Sächsischer Bote 29.03.2006

Leserbriefe

Erinnerungen wurden wach
Baustellen wie die Talsperre Sosa, Cranzahl, Unterwellenborn oder der Rostocker Hafen, aber auch die Teilnahme an Deutschlandtreffen zu Pfingsten oder Weltjugendfestspiele, prägten viele junge Leute, die nach Ende des zweiten Weltkrieges dazu beitragen wollten, das Land wieder aufzubauen. Einige trafen sich kürzlich in Dresden und tauschten Erinnerungen aus.
Das Echo auf den im "Sächsischen Boten" abgedruckten Aufruf war enorm. "Bau auf, bau auf ..." sang in der Veranstaltung beziehungsvoll der international bekannte Singeclub "Che Guevara" und - manche mag es überraschen - neue Blauhemden mischten sich unter die ergrauten Enthusiasten von einst.

Horst Gründel, Radebeul


Fest des politischen Liedes 2004 in Berlin

Anläßlich der 30. Geburtstage des Singeclub "Ernesto Ché Guevara" e.V. (Dresden) und der Gruppe "Die Marbacher" (Heilbronn).


Mitwirkende:
Quelle: Rotfuchs 01/2006

Quelle: Rotfuchs 02.2005

Leserbriefe

In Eurer Januar-Ausgabe habt Ihr die Veranstaltung im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße gewürdigt, und ihr habt das mit Lob und Freude getan. Darüber habe ich mich zu freuen, denn ich stehe mit meinen Freunden von Che Guevara in ständiger Verbindung. Wir haben in Vorbereitung der Veranstaltung eine Werkstatt gemacht - und ich komme zum Punkt, wo ich meinen Einwand vorbringen kann: Wir arbeiten eben nicht "wie in alten Tagen...". Mit solcher Überschrift tut ihr den Mitgliedern keinen Gefallen, denn nicht nur die Gesellschaft, in die sie ihr materiell uneigenütziges Engagement einbringen, ist eine andere, eine umbarmherzige, jeglichem revolutionäneren Gedanken feindliche, auch die jungen Leute sind eben nicht vergleichbar jenen, mit denen ich einmal im Oktoberklub angefangen habe zu arbeiten. Unter von heute ausgesehenen luxoriösen Bedingungen, belästigt oft und immer unbedroht.

Die "Che Guevaras" sind hellwache moderne junge Menschen, jeder von ihnen unter schwierigen Bedingungen mit Existenzerhalt beschäftigt, denen schenkt niemand etwas. Und selbst das Fahrgeld zu den wöchentlichen Proben zahlen sie, von unterschiedlichen Wohnorten kommend, aus eigener Tasche

Die erfolgreiche Veranstaltung in der Friedrichstraße hinterläßt ihnen Schulden, die sie wieder klaglos und lebensgescheit abarbeiten werden.

Aber noch wichtiger ist: Im Gegensatz zu den Jungen damals sind diese ohne Illusionen. Wenn sie Begeisterung wecken, dann, weil sie wohl an eine Tradition, eine alte Verabredung mit dem Publikum anknüpfen, aber sie legen den Finger auf jeden Posten. Und da bleibt keine Zeile ungeprüft, sie muß unserer Geschichtlichen Erfahrung standhalten, auch der Niederlage.(...)

Giesela Steineckert, Berlin



Quelle: Rotfuchs 01.2005 (bearbeitet)

Begeisterung wie in alten Tagen

Man muß tief in längst vergangenen Zeiten graben, um einen solchen Höhepunkt, wie wir ihn am 27.November in Berlin erleben konnten, wieder ins Gedächtnis zu rufen: das Festival des politischen Liedes. [...] Heute muß es aufhorchen lassen, wenn zu einem "Fest des politischen Liedes" eingeladen wird. Denn es ist eben keine Selbstverständlichkeit, wenn sich junge Menschen zusammenfinden und zusammenbleiben, um mit ihren Liedern Position zu beziehen.

Einer hat die Initiative ergriffen: Wolfgang Klötzer. Er gehört zu den Gründern des jetzigen "Singeclubs Ernesto Che Guevara e.V.", der als Schulsingeclub der 63. Oberschule von Dresden Blasewitz begann. Das war vor 30 Jahren[...]. [ Es war ] ein Leichtes, jene Stimmung zu erzeugen, die die Großveranstaltungen aus DDR-Tagen so legendär gemacht haben. Mit dabei waren "Rotdorn" - eine imponierende Gruppe aus Hamburg, die mit "Steh auf, du Riesenland" auf den Abend einstimmte, sowie die aus der Naturfreundebewegung kommenden "Marbacher", die ebenfalls ihren 30. Geburtstag begingen. Auch der Auftritt des von Veteranen getragenen Ernst-Busch-Chores luden zum Mitsingen ein.

"Tiempo Nuevo", eine chilenische Gruppe aus Potsdam, begeisterte bereits im Vorprogramm und bereicherte den Abend mit ihren lateinamerikanischen Klängen. Ein Höhepunkt war zweifelsohne die Darbietung der Chemnitzer Gruppe "Quichote" - beeindruckend das hohe künstlerische Niveau, nicht minder aber auch deren bekennende Haltung zum Widerstand gegen heutiges Unrecht.

Kampf und Arbeitermelodien, Lieder der FDJ, aber auch unbekannte Weisen mit neuen Texten - alles ist in der Dresdner Singegruppe gut aufgehoben. Ihr Auftritt vermittelte einen Einblick in das weitgespannte Repertoire der Gruppe. Musikalisches Können, verläßliches Engagement und mitreißender Enthusiasmus zeichnen die Mitglieder des Ensembles aus. Sie wissen warum und für wen sie singen - heute erst Recht.

Bruni Steiniger






Quelle: Junge Welt (bearbeitet)

Ideale Heute: Leichtes Pathos

Drinnen, im Haus der russischen Kultur und Wissenschaft,[...] war ein Geburtstag zu feiern. 30 Jahre ist der in der DDR populäre Singeclub Ernesto Che Guevara aus Dresden geworden. Das sollte gewürdigt werden - mit einem "Fest des politischen Liedes". Damit das auch mal wieder in Berlin stattfand. In der DDR war das "Festival des politischen Liedes" legendär. [...] Die gorbatschowistisch-grün-grämlichen Versuche, die Veranstaltung als "ZwischenWelt-Festival" weiterzuführen scheiterten endgültig Mitte der Neunziger. 2000 wurde das Festival wiederbelebt und firmiert seit 2001 als "Festival für Musik und Politik" zu dem der Singeklub Ernesto Che Guevara bisher nicht eingeladen wurde. Konsequent feierte dieser mit dem "Fest des politischen Liedes" gleich die gesamte Singebewegung. Mit Klassikern, neuen Titeln und für alle Freunde der Russischen Sprache "Die Partisanen vom Amur" zum Mitsingen. Mal richtig, mal schief, aber stets mit Begeisterung und dem glückseligen leichten Pathos, das sich einstellt, wenn Menschen ihre Ideale noch nicht verkauft haben.

[...] Mitglieder der Generation Modrow hatten 17 Euro Eintrittsgeld zum Geburtstag der Dresdener spendiert. Dafür bekamen sie mehrere Gruppen geboten, inklusive des vollständigen und hochagilen Ernst-Busch-Chores. Dazu Geradeaus-Agitprop von Rotdorn aus Hamburg und als Höhepunkt im Vorprogramm: Tiempo Nuevo, vier Chilenen aus Potsdam, [...]. Nicht zum Mitsingen und eher unpolitisch das Show-Trio "Quijote" aus Chemnitz [...]. Höhepunkt natürlich: die aktuelle junge Besetzung des Singeclubs Ernesto Che Guevara. Gegründet am 27.November 1974 in Dresden-Blasewitz als Schulsingegruppe der 63.Oberschule und 1978 ganz offiziell von der kubanischen Botschaft mit dem Namen des Comandante ausgezeichnet. Mit Wolfgang Klötzer steht heute noch ein Gründungsmitglied auf der Bühne und rockt das Haus.

Statt After-Party für die Musiker gab's bis Mitternacht gemeinsames Singen im Foyer. Alles in der Tradition der Singebewegung: kollektiv den Mund aufmachen für eine bessere Zukunft.

Frank Geißler



Quelle: Berliner Anstoß 01.2005

Fest des politischen Liedes in Berlin

Die Berliner Kulturbrache hat ihre grünen Pflänzchen und in diesem Falle ein rotes. Eines davon spross am 27.November im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße. Anläßlich des 30. Jahrestages der Gründung des Singeclubes "Ernesto Che Guevara" aus Dresden und der ökologisch orientierten "Truppe" aus Heilbronn "Die Marbacher" fand nach Jahren der äußersten Abstinenz ein "Fest des politischen Liedes" statt.

Wer bei der mangelhaften Popularisierung dieses Ereignisses doch einen Hinweis darauf bekam und auch noch Beziehung zur Singebewegung der DDR hatte, musste aufhorchen. Sollte es tatsächlich so etwas wie das Aufleben des Festivals des politischen Liedes geben, mit dem so viel Selbstbewußtsein und Optimismus für den Kampf um eine bessere sozialistische Welt zum Ausdruck gebracht und befördert worden ist?

Die teilnehmenden Gruppen - außer den bereits genannten - "Rotdorn" aus Hamburg, "Quijote" aus "Karl-Chemnitz-Stadt", "Tiempo Nuevo" aus Potsdam und der "Ernst-Busch-Chor" haben sich in diese Traditionlinie gestellt, dabei geprägt durch die völlig veränderten Bedingungen ihres heutigen Agierens. Wer das Repertoire der Gruppen und Sänger kannte, erlebte keine Überaschung. Die Stimmung im Saal hatten diejenigen auf ihrer Seite, die in ihrer Aussage einprägsam, leicht verständlich waren und in ihrer musikalischen Ausdrucksweise mitreißend provozierten, wie "Tiempo Nuevo", Rotdorn und die Dresdner. Wenn fast alle im gut gefüllten Saal in den Gesang der "Moorsoldaten" oder der "Partisanen vom Amur" einstimmen, war der emotionale Effekt nicht nur eine Sache des Augenblickes, er gab denen, die sich gegen die bestehenden Verhältnisse rühren, wieder etwas Kraft zum Weitermachen.

Nur wenige wissen, was es heißt, unter den heutigen Bedingungen mit nicht viel mehr als der Absicht und dem guten Willen ein solches Ereignis zu organisieren, das geradezu professionell "über die Bühne" ging. Vieles spricht dafür, daß der "Chef" des Dresdner Che-Guevara-Clubs, Wolfgang Klötzer, diese Last getragen hat. Leute, die dem "Zeitgeist" ihren Kampf angesagt haben, sollten ihm dankbar sein. Wenn nach diesem "roten" Liederfest immer noch etwas Mut übrig geblieben ist, diese politische und kulturelle Tat weiterzuführen, wäre eine breitere Unterstützung dieser Aktion dringend geboten.

H. Gümer
Quelle: Unity 11.12.2004 (übersetzt aus dem Englischem)

Singen von den Zeiten
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Chés

[...] Aber wir wollten auf eine andere Geburtstagsfeier und nicht wir hatten diesen Treffpunkt ausgewält.
Durch die Riesentür und der nächste Kulturschock breitete sich vor den Besuchern aus Nord-Irland aus.
Die große Wand im Foyer hatte sich in eine Photoausstellung von 30 Jahren Singen gegen die Plagen der Welt verwandelt.
Und wer schaute von dutzenden postergrossen Bildern auf uns?
Terry Hooley und Marion Baur, Eamonn McCamn und Pearse McKenna, Lynda Walker und Mary Gray lächelten von einer Wand in Berlin - Eindrücke der Chés auf ihre Reise in den Norden wurden geschmackvoll gemischt mit vielen anderen Eindrücken von vielen Plätzen der Welt.
Die Nacht verwandelte sich in einen mächtigen Beweis, daß Glas und Beton die Lieder der Menschen nicht einsperren können.
Der "Ernst Busch Chor" (Das jüngste Mitglied ist 64 und das älteste 84) brachten Feuer unters Dach, wie man in Deutschland sagt. Alter hat nichts oder nur wenig zu tun, mit dem Grad der Lebensfreude, ist meine Zusammenfassung der Darbietung dieses großartigen 40-köpfigen Chores.

Die Singeclubs "Rotdorn"(Hamburg), "Quijote"(Chemnitz) und die Polit-Rocker "Die Marbacher" brachten Moderne Lieder und traditionelles Arbeiterlied, jeder in seinem eigenen Stil, aber alle vor Leben und Liebe zu ihrer Musik platzend. Ihrem Ruf gerecht werdend, die 4-köpfige Chilenische Folk Band "Tiempo Nuevo" war zweifelsohne das Beste am Abend.
Ich habe mir nie viel aus südamerikanischem Folk gemacht, aber ihr Gesangs- und Trommelkönnen brachten das komplette Publikum zum rasen.
Das Ende war den Geburtstagskindern vorbehalten. Als die sehr professionelle und TV-erfahrene Moderatorin Petra Schwarz (Sie spielte Flöte im bekannten DDR-Singeklub "Oktoberklub") ihren Namen nannte, tobte die Halle.
Man braucht nicht zu sagen, daß die Chés ein Feuerwerk veranstalteten. Es bleibt ihr Geheimnis wie zwei Akkustikgittaren, eine Blockflöte, manchmal ein Akkordeon und ein Bass einen solchen Eindruck auf eine Zuhöhrerschaft haben kann, das eine Alterspanne von 7 bis 70+ hat.
Zum Teil sicherlich ihr perfektes Arrangement der Musikstücke, zum anderen ihre einzigartige Mischung aus alten Arbeiterliedern und neuem Material aus ihrer eigenen und anderer Schreiber Feder - Alle mit der gleichen Botschaft:
Dieses verdammte Sytem ist nicht gut genug, lasst es uns ändern!
Wie immer, wenn ich über Auftritte schreibe, meine persönlichen Höhepunkte zum Schluss, beide kommen von den Chés: "Janusz Korcac", ein Lied über den polnischen Lehrer, der mit seinen Schülern in die Gas-Kammern ging, verschlug mir komplett den Atem. Während "Jetzt ziehn die Söhne los", ein Lied über einen jungen Russen der seinen Vater verläßt und der Armee beitritt, habe ich meinen Atem nicht wiedergewinnen können - Ich habe mir die Eingeweide herausgesungen.

Gute Nachrichten zum Abschluss: Wir haben die Chés für das Flaxmühlen Hof Fest 2005 verpflichten können, entgegen unseren Prinzipien keine Band zweimal hintereinander zu bieten. Unübliche Musiker erfordern unübliche Maßnahmen!
Und für die, die das zulange hin ist: Sie wurden ebenfalls zum UZ-Pressefest in Dortmund eingeladen, im Juni 2005 und werden da einen Spezialauftritt am C.P.I. Stand machen!

Hermann Glaser-Baur





weiter